.
Sehnsucht
Wenn ich Dir
Geliebte,
Sehnsucht meines Herzens
Begegne,
Perle im inneren Tempel meines Wesens,
entstehen Bilder, Gefühle,
die mich tief berühren.
Sie führen in das Land ohne Worte,
Sein`^^^
mit mir,
mit Dir.
Wellen der Musik,
Begegnungen,
Zeichnungen meiner Träume
erleben den Tanz meiner Seele.
Dich,
Geliebte,
Sehnsucht meines Herzens,
trage ich mit auf meiner Reise,
als Zeichen meiner Wahrheit.
Mirjam
Michael antwortet:
In meinem Auge
formte sich
aus dem Herzen der Zeit
gesalzen durch deiner Sehnsucht
eine Träne.
Sie fiel ohne Willen
in deine Hand
und rann als Fluss klein
in das Auge
meines Engels
zu Boden.
Ich küsste
deine Hand
und trank
das Salz der Erde.
Du trankst
aus meinem Blick
und ich küsste
die Zeit auf den Mund.
Mond
Wenn der Mond-
leise
durch mein Seelenfenster
atmet -
sieht er, wie sich die Knospen
in meinem Frühling angeregt spreizen,
zarte Blüten öffnen sich,
duften in seiner Aura,
erfreuen mein Sein,
ein Hauch von Liebe und Anmut,
erinnert mich an süßen Küssen-
Süßer als Wein!
feiner Duft erfreut das Lied meines Herzens,
Und die Wüstenrose leuchtet zu dir
teurer Geliebter, Mond,
Granatapfel meiner Träume
erweck meine kostbarste Liebe zu dir,
beflügle mich mit deiner Zärtlichkeit,
gib mir deine Hand,
stille den Durst meiner Sehnsucht,
nimm mich mit zur Quelle,
dorthin wo die Wurzeln und die Kronen
in einem zuhause sind,
dorthin wo Frieden und Sein auf mich warten,
dorthin wo das Geben und Nehmen gleichzeitig geschehen,
in das Land von Milch und Honig,
wo Feigen und Rosen befruchten meine Seelen und Geist!
Wenn der Mond leise durch mein Seelenfenster atmet,
belebt er diesen Raum.
Mirjam
Lass mich ein Stern sein
Lass mich ein Stern
in deinem Leben sein
der den Gräsern lauscht
den Bildern der träumenden Vögel folgt
nichts ausleuchtet
nichts will
Stille auf Stille folgen lässt
und hinter Nebel und Worte
unverhofft zeichnet
einen Traum aus Licht
unerreichbar für die Zeit.
Lass mich ein Stern in deinem Leben sein
der im Osten aufgeht
und wandert mit dem Ruf des Frühlings
und wandert mit dem Schweigen des Winters
an Orte die heimatlos und niemals einsilbig.
Lass mich ein Stern in deinem Leben sein
der leuchtet für die Stillen und
die hungrigen Seelen nach Frieden.
Michael
Dein Blick
Als dein Blick
meinem Augenland erreichte...
wusste ich nicht
welchen Raum du betreten willst...
welches Tor werde ich dir öffnen...?
Als deine Stimme mein Herz erreichte
wusste ich nicht was diese Musik
bei mir bewirkt...
Als dein Licht meine Seele traf,
wurde es in mir still....
… so spricht dein Mund Zartheit
umarmt mich in Gold und Rosen
ich bin berührt…
aus welchem Himmel pflückst du
solche Schönheit?
welcher Engel spricht zu dir?
Mirjam
Liebe oder Angst
Die Angst traf den Stolz
und baute eine unsichtbare Wand um sich.
Die Liebe traf den Stolz
entblößte und fand Schönheit.
Die Angst traf die Wut
und versteckte sich rasch irgendwo.
Die Liebe traf die Wut
und gab ihr Raum.
Die Angst traf den Schmerz
und lähmte.
Die Liebe traf den Schmerz
und umarmte ihn.
Die Angst traf die Einsamkeit
und zerstreute sie.
Die Liebe traf die Einsamkeit
und blieb.
Die Angst traf die Freiheit
und legte ihr Fesseln an.
Die Liebe traf die Freiheit
und schenkte ihr Flügel.
Die Angst traf die Liebe
und verschwand für diesen Augenblick.
Die Liebe traf die Angst
und brauchte sie nicht zu überzeugen.
Michael
Einmal mit deinen Augen…
Einmal…
mit deinen Augen
der Welt begegnen,
den Blick auf die Dinge legen,
die dich im Inneren berühren,
oder regungslos bleiben
vor verschlossenen Türen.
Einmal …
mit deinen Füßen
abtasten der Erde Grund
und suchen die verlorenen Wiesen
der Kindheit,
bis meine Füße wund.
Einmal…
mit deinen Lippen erzittern
das Wort
und zweifelnd hören,
ob es findet
beheimateten Ort.
Einmal…
mit deiner Angst
die Grenzen des Weges abtasten,
mit Füßen und Händen,
blind erfühlen
wo er tut enden,
den Abgrund vor Augen
bezweifeln mein Glauben.
Einmal…
in deinen Augen untertauchen
hinab zur Quelle Vertrauen -
und schauen,
wie mein Bild ,
sich in deinem Blau freischwimmt,
und wie zärtlich deine Schönheit
über meine Finger rinnt.
Michael
Ich bleibe zurück
Das Leben fließt mit oder ohne uns
es wandelt sich
genügt sich selbst
in jedem Augenblick
bewahrt es die Ewigkeit.
Wir laufen vorbei
am Leben
an uns
wir der Zug nach Fahrplan
jeder Bahnhof eine Zwischenstation
ins schwindende Glück.
Ich bleibe stehen
bleibe zurück
lass mich abholen vom Tag
der sich nicht unterscheidet von tausenden
ein Tag geformt aus Licht und Grün
aus Himmel und Windgeflüster
das Bienensummen ein süßes Versprechen,
ein Tag, der sich aus der Stille
ins Leben ruft.
Ich bleibe zurück
mit der unergründeten Sprache
eines ausgelösten Tages
staunend am Rande
den Kern im Herzen.
Michael
Wer sonst als Ich
Wer kann mein Leben leben
ihm Sinn und Tiefe geben
ihm Kraft und Weichheit schenken
es fließend in die Weite lenken?
Wer sonst als ich
kann mein Leben fühlen
wenn Meereswellen mich umspülen
wenn kühler Herbstwind mich umweht
wenn Tränen meine Trauer kühlen
wenn einer meinen Schmerz versteht.
Wer sonst als ich
kann sich befreien
von dem was ich nicht bin
kann seiner Seele Flügel verleihen
und sein
was ich leise fühle in mir drin.
Sehnsuchtsland
Deine Worte noch ohne Klang
malten dich mir nah
bis in deinem dir eigenen Gesang
ich deine Schönheit sah.
Dein Lachen, dein Lebenstanz,
ein Land, das Frieden sich ersehnt,
ein Stern, der sucht der Erde Rand
und sich leuchtend neigt, zur offenen Hand.
Ich ließ dein Leuchten in mich ein,
die Hüllen ließ ich Hüllen sein,
ein Schritt genügte in dein Land,
das ich in meiner Sehnsucht
wieder fand.
Michael
Rehworte
Wörter
gereift im Herzen
steigen hinaus in den Raum
und legen sich leise
wie im Wind tanzende Samen
auf die Erdenhaut.
Wörter werden berühren
oder nicht-
ihr Sinn ist in der Stille erklungen-
kraftvoll und scheu
Rehworte aus dem Wald
in die Lichtung.
Michael
Das ganze Leben wollen
Das ganze Leben wollen
mit geschlossenen Augen durchqueren den Dschungel
den schmalen Pfad wählen
hungrig auf den Fremden, den Kolibri und die Schlange,
und fallen mit Flügeln und aufgeschlagenen Knien.
Das ganze Leben wollen
auf der Klinge des Schwertes die drei Fragen bewohnen
mit dem Engel um eine Antwort ringen
und fallen mit Flügeln
und ausgerenkter Hüfte.
Das ganze Leben wollen
das Laue meiden
dem Strom die Stirn bieten
auf keinem Maskenball tanzen
bereit sein für den Kampf
bereit sein für den Frieden
und dem Wolf begegnen
ohne Waffe mit seiner Stärke
und fallen mit Flügeln
in den Schatten einer Linde.
Michael
Meiner Hände Pflug
Was gestern noch galt
ist heute schon alt
keinen Handschlag wiegt das Wort
der Wind dreht das Rad
breit ist der Pfad
der uns führt von Ort zu Ort.
Und es bleibt nichts als das Wort
das am Anfang alles trug
und mir bleibt nichts als das Wort
meiner Hände Pflug.
Be-suche bei Vater
Wenn ich auf Besuch komme
überwiegt die Stille,
das Wortrad dreht sich nur mühsam
in den windgeschützten Niederungen,
das Wortrad,
in dem sturmartig Geschichtsfetzen
hängen bleiben,
um einmal mehr erzählt zu werden.
Wenn ich auf Besuch komme,
ist es zu spät für die verlorene Zeit,
unwiederbringlich treibt sie
mit der Strömung
dem Meer der Erinnerung zu.
Wenn ich auf Besuch komme,
können nur noch aus meinem Munde
ersehnte Worte
Brücken schlagen
über die verlorene Zeit
mich und ihn trösten.
Wenn ich auf Besuch komme,
das letzte mal
mit Tränen und ohne Worte im Gepäck,
will ich ihn nicht suchen
im Nebel meiner Kindheit.
Auch weil ich weiß,
dass er die Wunde der Trennung,
bis zu letzt im Stillen getragen hat.
Michael
Rose Ausländer + 03.01.1988
Sie formte Wortinseln
überbrückte das Leergefischte Meer
zu muschellosen Ufern -
eine Stimme die sich beugte nach den Versunkenen
ihre Wurzeln der Wind in den Bäumen -
ein Gesang über die Felder der Toten
das Grab der Erinnerung.
Sie durchlebte mit Fingern wund
vom graben nach Worten
die unbeantworteten Fragen.
Sie durchwohnte im Wort
das Gewicht der Zeit
in der alles gesagt werden musste
in der es keine Träume mehr gab
nur noch das Leben
in der alles gesagt war
als ihr letztes Lebensblatt
zu den Sternen fiel
und ein Traum ihr Leben
zu Ende lebte.
(Und uns Deutschen eine Antwort gab,
um hoffnungsvoll weiterleben zu können.)
Mutter Erde und wir
Mutter Erde empfing uns
mit offenen Händen
mit zerbrechlichen Fingern
griffen wir nach dem Wunder
das uns überall entdeckte –
die weißen Mücken ohne Flügel – Schnee
der laufende Himmel – ziehende Wolken
vom Himmel losgelöste Sterne – Glühwürmchen.
Wir entwuchsen dem Wunder
und spielten weiter ein Spiel
wie unschuldige Kinder.
Wir suchten weiter das Glück
hinter verriegelter Tür und
an gedeckter Tafel.
Mutter Erde empfing uns mit offenen Händen
Mutter Erde zieht sich langsam zurück
unter unserer geballten Faust.
Wenn wir uns nicht Erde sind
Wir tragen
auf unserer Haut die Sehnsucht
in unseren Augen den Wunsch.
Wir halten in unseren Händen
die Nähe,
auf unseren Lippen den Kuss.
Wir, die Füße,
die verkümmern,
wenn wir uns
nicht Erde sind.
Michael
Allein in der Liebe
Ich will sicher gehen, ohne Angst,
keinen Stolpersteinen ausweichen müssen –
ein Fluss gebettet in den Lauf der Sonne und des Mondes.
Ein Traum aus dem ich immer
und immer wieder gerissen werde.
Allein in der Sprache so viel Gewalt,
dass eine Welt zerbrechen kann.
Allein in der Liebe so viel.
Michael
Keine Wahl
Ich kann wählen
zu lieben
oder zu flüchten.
Egal wie viele Meilen
ich mich vom Ausgangspunkt entferne,
welches Versteck ich wähle,
bereits gewählt
hat mich die Liebe.
Michael
Tanzt das Leben
Tanzt das Leben mit all seinen Farben und Düften,
durchlebt das Schwere in euch,
beobachtet wie es sich wandelt,
allein durch die Betrachtung,
nichts ist gut, nichts ist schlecht, nichts ist umsonst,
was trägt geht nicht verloren. Alles kehrt wieder,
das Lachen,
das Geborgen sein,
der Schwindel des Glücks,
die Blüten der Freude,
die Sprache der Sonne,
das Schweigen der Bäume,
der Tod über den Wolken,....
nichts bleibt und alles kehrt wieder,
Heimat Erde,
Heimat Himmel,
Heimat Mensch,
Heimat Du
Heimat Ich.
Und wenn ihr heimatlos,
dann tanzt die Einsamkeit bis zum Rande voll
dann tanzt die Leere leer,
erschöpft sie
und euer Tanz wird Ausdruck
von Schönheit
und wo findet ihr Heimat,
wenn nicht in eurer Schönheit
Michael
Sehnsuchtsland
Deine Worte noch ohne Klang
malten dich mir nah
bis in deinem dir eigenen Gesang
ich deine Schönheit sah.
Dein Lachen, dein Lebenstanz,
ein Land, das Frieden sich ersehnt,
ein Stern, der sucht der Erde Rand
und sich leuchtend neigt, zur offenen Hand.
Ich ließ dein Leuchten in mich ein,
die Hüllen ließ ich Hüllen sein,
ein Schritt genügte in dein Land,
das ich in meiner Sehnsucht
wieder fand.
Michael
Als dein Blick
meinem Augenland erreichte...
wusste ich nicht
welchen Raum du betreten willst...
welches Tor werde ich dir öffnen...?
Als deine Stimme mein Herz erreichte
wusste ich nicht was diese Musik
bei
mir bewirkt...
Als dein Licht meine Seele traf,
wurde es in mir still....
… so spricht dein Mund Zartheit
umarmt mich in Gold und Rosen
ich bin berührt…
aus welchem Himmel pflückst du
solche Schönheit?
welcher Engel spricht zu dir?
Mirjam